Kindergarten? Schule? Da will ich NICHT hin!!!

„Nein! Ich will nicht in den Kindergarten! Ich will nicht in die Schule!“ So klingt es hier und dort nach dem Übergang, dem Neustart ins Kindergarten- oder Schul Leben. Solche Aussagen von den eigenen Kindern stellen für Eltern eine grosse Herausforderung dar. Wünschen wir uns doch Alle, dass der Start mit Freude und Leichtigkeit geschieht. Doch hier und dort ist eben der Übergang nicht so einfach und reibungslos. Oder die Ablösung stellt Kinder und Eltern vor grosse Herausforderungen.

Wie Du als Mama oder Papa damit umgehen kannst, dafür gibt es keine Pauschalrezepte. Viel mehr darf hier Eure eigene Geschichte, Euer Familiensystem angeschaut werden. Und doch gibt es ein paar Ideen, was Du tun, ausprobieren, überprüfen, kommunizieren oder reflektieren kannst.

Ideen, Gedankenanstösse

  1.  Überprüfe Deine Haltung. Ist es überhaupt eine Diskussionsgrundlage, OB Dein Kind in den Kindergarten oder in die Schule möchte und geht? Gerade für Kinder, die sich gewohnt sind, dass Zuhause Regeln nicht als STARR gelten sondern auch mal diskutiert werden können, die stossen hier oft an ganz neue Situationen. Ebenfalls deren Eltern. Dass das „OB“ hier keine Frage ist und nicht zur Diskussion steht, das darf dem Kind gerne ganz klar kommuniziert werden. Sofern es auch der inneren Haltung entspricht. Und dann kannst Du den Fokus vom OB auf das WAS BRAUCHST DU DAFÜR wechseln. Was braucht das Kind, damit es das schafft? Damit ihm der Übergang, der Neuanfang einfacher fällt?
    Beziehe hierfür unbedingt die Ideen des Kindes mit ein. Sie wissen oft sehr gut, was ihnen Unterstützung bieten könnte. Ein paar von unzähligen Ideen sind: Ein Stein in der Hosentasche, ein Ketteli, ein Duft, ein Schutzspray, ein Gegenstand oder Schal von Mami, ein Gspänli im Kindsgi suchen, den Kindergartenweg mit Gspänlis machen, ein anderes Elternteil bringt das Kind in den Kindergarten weil dort die Ablösung einfacher geht, etc.!
  2. Lege den Fokus auf die Verbindung, auf die Bindung. Das heisst, Du betonst das Wiedersehen anstatt die Trennung, den Abschied.
  3. Vergleiche das Kind nicht mit Anderen. Lege den Fokus nicht auf das Weinen des Kindes oder das, was nicht klappt. Das entmutigt zusätzlich. Richte Deine Aufmerksamkeit statt dessen auf die Ermutigung. Welche Fortschritte hat das Kind verglichen mit sich selbst gemacht? Bemerke diese und spreche sie auch laut aus. Freue Dich mit dem Kind über seine gemachten Schritte. Feiert sie. Es ist gerade an einem super schwierigem Lernschritt und Du hilfst ihm, wenn Du ihm Dein Vertrauen und Deinen Zuspruch schenkst, sowie Deine Liebe, Geduld und Wohlwollen!
  4. Höre aktiv zu! Was genau ist das Problem für das Kind? Vielleicht ist es nur etwas einzelnes, wie z.B. dass ihm sein Götti-Kind gar nicht zusagt oder es neben einem Kind im Kreis sitzt, vor dem es sich etwas fürchtet. Durch aktives Zuhören gelingt es Dir vielleicht, dem Problem auf die Schliche zu kommen. Nun könnt Ihr es von der Beziehungs- auf die Sachebene nehmen. Ein Gespräch auch mit den Lehrpersonen und die gemeinsame Findung eines Lösungsansatzes, kann hier Wunder wirken.
  5. Überprüfe Deine eigene Haltung zum Kindergarten, zur Schule. Was trägst Du in Deinem eigenen Rucksack für Erfahrungen, Gedanken, Bewertungen, Erinnerungen und Gefühle? ACHTUNG, solche werden ganz oft unbewusst übertragen. Hier lohnt es sich, Frieden, Vergebung und Liebe in die eigene Geschichte zu bringen. Und das Thema im Inneren positiv zu besetzen. Das ist Alleine oft sehr schwierig, darum lohnt sich hier die Investition für eine professionelle Begleitung sehr. Und so kannst Du wahrhaftig mit Deinem Kind wachsen.

Dies ist hier einfach in der Kürze für Dich zusammengefasst. Möchtest Du mehr dazu hören, habe ich Dir heute ein 20ig Minütiges Video dazu aufgenommen. Du findest dieses direkt im Anschluss.

Von der Haltung her finde ich das folgende Bild hilfreich

Der Übergang in den Kindergarten oder in die Schule, das kann sich für Dein Kind wie ein Stein in seinem Garten anfühlen. Nun ist es nicht Deine Aufgabe hier, Deinem Kind diesen Stein aus dem Garten zu entfernen.

(Nicht, beim Übergang. Anders verhält es sich, wenn das Problem zu einem späteren Zeitpunkt auftritt oder sehr lange anhält. Dann solltest Du selbstverständlich und unbedingt auch in Betracht ziehen, ob für Dein Kind ein anderes Schulungssystem sinnvoller wäre. Wenn eine kindliche Seele an einem System zu sehr leidet oder auch kaputt zu gehen droht, dann sind wir als Eltern gefragt, hier den notwendigen Schutz zu bieten). 

Sondern es ist Deine Aufgabe, Dein Kind für diesen Stein fit zu machen. Kann es drüber springen, drum herum laufen, den Stein weg tragen, mit dem Helikopter rüber fliegen, den Stein bunt bemalen? Was gibt es für Möglichkeiten, damit Dein Kind mit dem Stein umgehen kann? Stell Dir vor, mit wieviel Stärke, Selbstwertgefühl, Vertrauen in sich und Dich und Reslilienz Dein Kind aus dieser Herausforderung heraus gehen wird! Magst Du es liebevoll da durch begleiten, seine Fortschritte wertschätzen, Dir selbst und Deinen Sorgen und Ängsten gut schauen, dann wird Eure Beziehung durch diese Herausforderung noch mehr gestärkt.

Und ja, im Moment ist es Mist, Anstrengend, zum Davonlaufen, zum Heulen, zum Ärgern – was auch immer! Jedes Gefühl von Dir hierfür ist total verständlich und findet mein vollstes Wohlwollen und das von 1000 anderen Menschen. Schau Dir selbst deshalb auch gut, lass diese Gefühle zu. Sie sind OK.

In Verständnis und mit Herzensgrüssen,

Céline

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