Miteinander / Integration

So vieles wird in unserer Gesellschaft abgeschoben, verbannt. Früher ging der Trauerzug durchs Dorf, wenn jemand gestorben ist und die hinterbliebenen Frauen trugen ein Jahr lang schwarze Kleidung oder einen Sticker an der Kleidung. Jeder und jede wusste, diese Frau ist in Trauer. Man ging nicht davon aus, dass diese Trauer bereits nach kurzer Zeit wieder vorbei ist und alles seinen gewohnten Gang nehmen wird. Sondern jeder sah sofort, dass diese Frau in Trauer ist. Und man verstand, weshalb sie vielleicht in sich gekehrter, stiller, unfreundlicher war als sonst. Wie wärs, wenn wir dem Tod und der Trauer wieder mehr Platz in unserem Leben einräumen würden?

Das Wochenbett von Müttern dauerte 10 Wochen. Wer auf Besuch kam, brachte etwas zu Essen mit oder sonst etwas. Es wäre ganz sicher niemand auf Besuch gekommen, um sich bewirten zu lassen. Denn jeder wusste, nun braucht diese Mutter ganz viel Zeit mit ihrem Baby. Sie sollte sich um keinen Haushalt und gar nichts kümmern, ausser um das Baby. Denn es geht nicht in ein paar Tagen, dass Mutter und Baby sich zusammen finden, dass sie Boden unter den Füssen fassen mit der neuen Situation. Nein, dieser Prozess, dieses Kennenlernen und gemeinsam ankommen braucht Zeit. Und das ist OK. Wie wärs, wenn wir, als Besucher eines Wochenbettes, wieder etwas zum Essen mitbringen würden oder sonst eine Hilfestellung an die junge Familie?

Für Kinder werden Kinderwelten geschaffen. Darin finden sich unzählige Spielsachen und sie sollen sich doch bitte so oft und so lange es geht selbst beschäftigen. Wie wärs, wenn wir ihnen statt dessen zeigen, wie das Leben funktioniert? Wenn sie ein Teil unserer Welt sein dürfen und wir ihnen zeigen, wie diese funktioniert?

Und ältere Menschen? Ja die sehen wir oft nur noch in Alters- oder Pflegeheimen. Die Pflege würde die Ressourcen vieler jungen Menschen überstrapazieren. Sie würden dann oft sogar als „Last“ angesehen werden. Dabei könnten sie eine solche Bereicherung sein. Ja, sie sind vielleicht nicht mehr so schnell wie wir Jungen. Dafür besitzen sie eine mentale Kraft und Ruhe, von der wir nur zu träumen wagen. Sie sind reich an Erinnerungen und tragen oft wundervolle Weisheiten in sich.

Wie wär es, wenn sich Generationen wieder mehr verbinden und so gegenseitig einander wertschätzen können? Wie wärs, wenn wir mit allen Menschen und allen „Andersartigkeiten“ wieder vereinter wären und für Integration schauen würden? Das wäre doch wahres Zusammensein und für Einander da sein, Zugehörigkeit und Liebe?

Es heisst immer – das Leben ist Fortschritt. Jawohl. Dann wäre es doch jetzt an der Zeit für eine neue Ära. Jeder darf seine Individualität leben und trotzdem in der Gemeinschaft eingebettet und willkommen sein. Wie wäre das? Wie siehst Du das?

Herzliche Grüsse
Céline

(Bild: myanmar-1822560_640_sasint_pixabay)

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