Gedanken zum Trotzalter

Das Trotzalter, auch „the terrible twos“ genannt, ist für viele Eltern eine grosse Herausforderung. Auf einmal beginnt das Kind zu trotzen, schmeisst sich an der Kasse des Supermarktes auf den Boden, läuft einfach nicht mehr weiter, läuft in die entgegen gesetzte Richtung usw. Es gibt unzählige Situationen, welche junge Eltern mit trotzenden Kindern zu genüge kennen.

Was für uns Eltern anstrengend ist, ist auch für die Kinder anstrengend. Diese sind nämlich an einem wichtigen Entwicklungsschritt angelangt. Sie erkennen, dass es ein ICH gibt und nicht nur ein WIR. Dass sie einen Willen haben.

Dürfen unsere Kinder einen eigenen Willen entwickeln und wie können wir sie dabei unterstützen? Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie wir unsere Kinder in diesem Prozess respektvoll unterstützen und begleiten können, ohne, dass es in Machtkämpfen ausarten muss.

Ein tolles Werkzeug hierzu können Wahlmöglichkeiten sein. Diese erlauben dem Kind, innerhalb eines vorgegebenen Rahmens Entscheidungen treffen zu können und mancher Machtkampf wird damit umgangen. Zum Beispiel:

– „Möchtest Du gerne Hosen oder einen Rock mit Strumpfhosen anziehen? Du entscheidest!“
– „Möchtest Du zum Znüni einen Apfel mitnehmen oder Gurke und Peperoni? Du entscheidest!“
– „Möchtest Du Wasser mit oder ohne Sprudel? Du entscheidest!“
– „Ziehst Du Deine Turnschuhe oder Deine Sandalen an? Du entscheidest!“
– „Gehst Du auf das WC hier oder auf das WC im oberen Stock? Du entscheidest!“

Geben Sie im Trotzalter in der Regel 2 Dinge zur Auswahl. Mehr Auswahl kann ein Kind leicht überfordern. Sie brauchen jetzt auch nicht den ganzen Tag überall eine Wahl anzubieten. Aber dort wo es Diskussionen betreffend „ob oder ob nicht“ gibt, können sie die Thematik wunderbar positiv umschiffen. Ihr Kind darf mitentscheiden, wählen und es wird gehört. Allerdings in einem Rahmen, welcher von uns Eltern auch akzeptiert werden kann. Probieren Sie es doch einfach mal aus – viel Spass damit!

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